Nun hatte ich ein paar Tage Zeit, mich mit Wolfenstein 2009 zu befasssen. Wie vorhergersagt muss man die Sendung persönlich entgegennehmen; jeder Besteller sollte zudem noch seinen (gültigen) Personalausweis parat haben. Wie ich jetzt weiss, kann der Postler das Paket in seinem Tracking-Gerät nicht freigeben, ohne vorher die Personalausweis-Nummer (!) des Kunden einzugeben.
Nach Auspacken und einlegen der DVD ging die Installation recht flott von der Hand. Neben der Pfadauswahl bleiben einem nicht viel “Experten-Einstellungen”. Eine kleine Überraschung (für mich) am Rande: Auch Wolfenstein 2009 setzt wieder auf die Multiplayer-Anti-Cheat-Erweiterung “Punkbuster” von Even Balance. Diese Software hatte ich seit RtCW/COD nicht mehr auf der Kiste.
Zur Installation und zum Spielen des Singleplayer-Teils wird erst einmal keine Seriennummer benötigt. Erst beim Anstarten des Multiplayer und Anlegen eines neuen Spielers wurde die Seriennummer abgefragt. Hier sollte man übrigens ganz genau hinsehen: Wenn dort eine “0″ (”Null”) steht, ist es aber garantiert ein “O”. Ich hab 7 Versuche gebraucht, um es zu bemerken.
Das Game startet mit einer Videosequenz und einer Vorgeschichte bzw. einer “Vormission” des Protargonisten B.J. Blazkowicz, in der er mal eben im Alleingang das Schlachtschiff Tirpitz versenkt. Diese gezeigte Vormission kommt einem fast so vor wie der Anfang eines Bond-Films - erst im Anschluß startet die eigentlichen Story.
Seine Aufträge bekommt BJ auch dieses Mal wieder vom OSA (”Office of secret actions”) einer geheimen US/UK-Agency während des zweiten Weltkrieges. Ohne das er verschnaufen darf, schicken in die beiden aus RtCW bekanneten Vorgesetzten gleich nach Isenstadt (Eisenstadt) mitten in Deutschland.
In Isenstadt erwarten BJ zahlreiche Aufgaben, die ihm zum einem vom Kreisauer Kreis als auch von archäologischen Gruppierungen, Scharzmarkthändlern und anderen zugetragen werden. BJ rennt also nicht linear von Punkt A zu Punkt B, sondern er kann eine mehr oder weniger offene Welt erkunden. Je weiter man in der Handlung voranschreitet, desto mehr Stadtteile eröffnen sich einem. Manche Teile der Stadt bleiben einem zu Anfangs noch verwehrt, bis man eine ganz bestimmte Mission erledigt hat.
Von RtCW war schon das Suchen nach Gold bzw. “Secrets” bekannt. Diese Suche nach Goodies wurde auch hier wieder mit integriert und sogar wesentlich verbessert: Die gefundene Kohle kann man gleich wieder auf dem Schwarzmarkt für eine bessere Bewaffnung ausgeben- Gefunden Artefakte verbessern zudem die Skills unseres Helden im Umgang mit einem mächtigen Artefakt -hier möchte ich jedoch nicht zu viel verraten.
Eine nette Funktion: Hat man während einer Mission ein paar Goldsäcke bzw. Artefakte übersehen, kann man die Mission einfach noch einmal spielen, bis man alle zusammen hat. Übrigens kann man ein Gemetzel durchaus auch mal via Kanalisation über die Dächer umgehen - um vielleicht dort das eine oder andere Extra zu finden.
Den Multiplayer-Teil habe ich nur mal eben kurz angetestet; nach anlegen eines Spielerprofils (s.o.) wurde das Spiel auch gleich mal mit einem 32MB großen Patch auf die Version 1.1 hochgezogen. Der Multiplayer bietet einem die bereits aus RtCW bzw. ET bekannten Charakteren Soldier, Medic, Engineer, FieldOps. Im Moment meines Tests gab es mehr als 100 laufende Gameserver, aber nur ca 20, auf denen was los war. Mein Eindruck hierzu: Ziemlich laggy und ruckelig, bisher gibt es scheinbar nur eine begrenzete Anzahl an Maps. Ich werde mir diese Sache zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal etwas genauer ansehen.
Mein einfaches Fazit: Der Singleplayer-Part rockt! Durch die zahlreichen Haupt- und Nebenmissionen gibt es einige Stunden an Gameplay. Zudem reizt einen auch die Suche nach Gold und Goodies, was für zusätzlichen Spaß sorgt. Zum Multiplayer möchte ich mich noch nicht groß äußern - sieht aber so aus, als würden wir nicht die großen Freunde werden.
Auf meiner Testmaschine (Phenom II 940, 4GB RAM, 512 MB Radeon HD 3850, Vista SP2) lief das Spiel bei eine Auflösung von 1680x1050 Pixeln flüssig wie Montezumas Rache.
Ein nettes kleines Detail: Die Schwarzmarkt-Händler im Spiel bezahlen mit der guten alten DM-Mark. Hier hätte Raven Software doch ein bisschen besser recherchieren sollen:
Wer zuschlagen will, kann das gleich hier tun: